Gedichte


Mustertext

Narrenweisheit

Oft ist’s der Weise, der den Narren spielt,
und oft der Narr, der sich für weise hält.

Dieweil der eine seine Rolle füllt,
hält sich der andre für den Herrn der Welt.

 

  

Rabenweisheit

Es war einmal ein weiser Rabe,
der hatte eine selt'ne Gabe.
Er sah, was anderen verborgen:
Das Glück, den Kummer und die Sorgen.

Er sah auch Falschheit und Intrigen,
sah Heuchelei und dreiste Lügen,
sah Bitternis und süßes Hoffen,
wenn Amors Pfeil ins Herz getroffen.

Er sah die Schwäche und den Jammer
durchs Fenster einer Krankenkammer,
sah Hochmut, Missgunst, Neid und Stolz,
Verzweiflung, Wut und Nudelholz.

Er sah die Feigheit sich verstecken
hinter der Bosheit scharfen Ecken,
sah Schäbigkeit und holden Wahn
gepaart in einem Lebenskahn.

Er sah Bereitschaft, zu verzeihen,
und Leute nutzlos sich kasteien;
sah manche voller Gier verschlingen,
worum die meisten mühsam ringen.

Er sah den ganzen irren Sinn,
der Menschen plagt von Anbeginn,
und fragt', warum in aller Welt
der Mensch sein Dasein so bestellt.

Haben nicht schon vor langer Zeit
Philosophen weit und breit
verkündet das Gesetz des Lebens?
War all die Denkarbeit vergebens???

So fragt der Rabe ungeniert,
doch leider auch recht deprimiert:
Warum steh'n Menschen auf dem Schlauch
bei ihres eig'nen Hirns Gebrauch...???

 

 

 

Leben und Tod

Wovon wir alle leben,
wonach wir alle streben,
was ist es, das uns treibt?

Was wir damit erreichen,
ist's Weisheit ohnegleichen,
an der ein Tor sich reibt?

Oder ist's nur ein Trachten,
ein oberflächlich Schmachten,
das letztlich sinnlos bleibt?

Die Nachwelt wird's erkennen
und auch beim Namen nennen,
wenn wir dereinst entleibt.

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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